Montag, 6. April 2015

Rassismus und Rostbratwürste

In meiner Ersti-Händchenhalte-Veranstaltung am Montag abend (bei uns zuhause hat diese Funktion das Erstitutorium der Fachschaft übernommen, aber hey, egal, ich werde schließlich bezahlt dafür!) hatten wir letzte Woche Vorträge, damit die Kinder das mal üben konnten. Und damit sie nicht die doppelte kognitive Belastung aus "Vortragsthema, von dem ich keine Ahnung habe" und "Umsetzen, was wir zum Thema gute Vorträge gelernt haben" hatten, hatte ich ihnen die Themenwahl freigestellt. 
Kluge Studierende wählen ein Thema, bei dem sie sich sowieso auskennen, denn das verkürzt die Vorbereitungszeit und steigert das Selbstbewußtsein. Themen aus dieser Kategorie waren z.B. Hip Hop in Korea, In-n-out-Burger, Eiscreme oder Schüchternheit. Nicht ganz so kluge Studierende wählen ein Thema, das ihnen am Herzen liegt (Rassismus) oder von dem sie glauben, daß es der Professorin gefällt (Deutsche Kultur, which consists mainly of Schweinshaxe, Oktoberfest and Nürnberger, at least according to my student). Die Hauptbotschaft des Rassismusvortrags läßt sich in einem Satz so zusammenfassen, daß die Vortragende als Asiatin in den USA total viel Rassismus erlebt hat und daß Ausländer den Koreanern nicht vorzuschreiben haben, ob sie Hundesuppe essen oder nicht. Was die Hundesuppe mit Rassismus zu tun hat, blieb dabei unklar, und da es in den Vorträgen ja nicht um den Inhalt ging, habe ich auch nicht nachgefragt. Nicht gerade überraschenderweise war der Vortrag als solcher auch unterirdisch. Ich kann es nur immer wieder betonen - liebe OECD, es ist echt nicht gut, wenn 90% aller Highschoolabsolventen an die Uni gehen!

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