Dienstag, 21. April 2015

Rassismus und Körperpflege

Wie ich schon in einem früheren Post angemerkt habe, entdeckt die koreanische Frau offensichtlich so langsam die terra incognita der Intimpflege für sich. Die Anzeigen für die entsprechenden Produkte sind an Verklemmtheit nur schwer zu übertreffen. Da wird irgendwas vom "vivid and firm secret spot" vor sich hingeschwurbelt, wie man hier in dieser Anzeige ganz wunderschön nachlesen kann, während der "secret spot" kein einziges Mal tatsächlich beim Namen genannt wird. Ich bin schwer in Versuchung, mal bei der Kundenhotline anzurufen und nachzufragen, wo dieser "secret spot" denn liegt.
Das Ganze wird natürlich nicht durchgeführt, damit frau sich wohler fühlt, sondern, wer hätte es gedacht, damit es mit dem Markenhandtaschenprovider Ehemann besser läuft. Und da koreanische Frauen ja im Gegensatz zu den westlichen Schlampen alle jungfräulich in den heiligen Stand der Ehe treten, oder zumindest erzählen sie das ihren Männern, werden in der Werbung für entsprechende Produkte selbstverständlich nur die Schlampen gezeigt. (Ähnliches gilt auch für Unterwäsche, vor allem für Dessous, wobei man da noch als Entschuldigung anführen könnte, daß es wahrscheinlich ziemlich schwierig ist, ein koreanisches Model mit sexy Kurven zu finden.)
"Erst war er Feuer und Flamme für mich, und jetzt zeigt er mir die kalte Schulter...warum nur?" "Ich glaube, es stinkt...das ist unbequem und ekelhaft...schon wieder..."
Dank dem Lady-Spot-Pack wird aber selbstverständlich alles gut und jeglicher Mumu-Trouble gehört der Vergangenheit an! 
"Nur mit Worten läßt es sich nicht ausdrücken - ihr fataler Charme!"
Ja, wer hätte es gedacht - die richtige Intimwaschlotion hat scheinbar schon so manche Ehe gerettet.
"Heute kommt sie mir besonders schön vor..."
Das Geheimnis der selbstbewußten Frau -
pflege die weibliche "secret zone"!
"Heute bewundert er meine Schönheit besonders..."
Und weil's so schön ist, noch eine weitere Auswahl an Bildern, die mich irgendwie vage an Kuschelrock-Cover aus den frühen Neunzigern erinnern. Selbstverständlich nur von Langnasen, denn wie bereits erwähnt ist das mit dem Sex in Korea ja schwierig.

Was passieren kann, wenn die Mumu nicht so gut riecht, wurde amerikanischen Hausfrauen schon in den 50ern des letzten Jahrhunderts von Lysol beigebracht. 
Nur 60 Jahre später findet man das gleiche Diskurslevel immer noch in Korea. Mädels, haltet die Mumu sauber, sonst hat er schließlich jedes Recht, Euch sitzen zu lassen, und das war's dann mit den Handtaschen.

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