Mittwoch, 11. Februar 2015

Laos

Mein Toleranzkonto für Korea ist mittlerweile so weit in den Miesen, daß auch der Dispokredit schon ausgereizt ist. Praktischerweise postete dann eine Freundin auf FB, ob niemand Lust hätte, nächste Woche Nordthailand oder Laos zu machen. Da ich auch noch einen anderen Freund in Vientiane habe, dachte ich mir, schlagen wir doch gleich drei Fliegen mit einer Klappe und hüpfen in den Direktflug mit Jin Air nach Vientiane!
Die Story zum Bild: In einem der zahlreichen Tempel in Vientiane saßen zwei meditierende (?) Langnasen, vermutlich aus der globalen Bruderschaft der Ich-find-den-Dalai-Lama-so-cool-Buddhisten, rum. Der Mönch fand das offensichtlich genauso amüsant wie wir, zückte sein Smartphone und fotografierte die beiden.
Korea macht ja jetzt auch irgendwie Kulturimperialismus Entwicklungshilfe, besonders in Südostasien. Wenn die KOICA nicht gerade Brunnen baut und Vorher-Nachher-Bilder davon in ihren Präsentationen verwendet, stellen sie auch gerne mal Plastikmodelle von falsch transkribiertem (Japchea) koreanischem Essen auf der Vientiane Food Fair aus. Soweit zum Thema Toleranzkonto in den roten Zahlen!
Wir bleiben beim Thema Essen. Diesen Schatz an Köstlichkeiten aus dem schönen Frankreich haben wir uns am zweiten Abend gegönnt, zusammen mit Brot, das auch wie Brot schmeckte. In Vientiane problemlos zu bekommen - und in scharfem Kontrast zu den koreanischen Luxussupermärkten wie z.B. im Hyundai Department Store, wo man Käse nur in der Qualität von La vache qui rit bekommt. Für den Durchschnittskoreaner stinkt das Zeug ja schließlich :) 
Die Plain of Jars in der Nähe von Phonsavan. Ich habe mich dann doch gegen das Bild entschieden, bei dem ein paar Mitglieder des internationalen Backpackertums auf einem Jar sitzen :(
Laos wurde während des Zweiten Indochinakriegs von den USA massiv bombardiert, vor allem mit Streubomben, von denen auch heute noch Millionen "Bombies" undetoniert im Boden liegen. Wenig überraschend ist, daß die USA nie Verantwortung für den Krieg in Laos übernommen und natürlich auch keine Entschädigungen gezahlt haben. Dieses Bild ist aus dem Besucherzentrum der Quality of Life Association in Phonsavan.
Aus dem Kriegsschrott stellen manche Familien Löffel oder Souvenirs für die Touris her. Ich fand es bemerkenswert, wie pragmatisch viele mit dem Erbe des Krieges umgehen.
Nach Phonsavan ging es mit einem guten Starex aus einheimischer Produktion weiter nach Luang Prabang. Die zahlreichen Mönche gehen jeden Morgen immer noch durch die Stadt, um Almosen von den Gläubigen zu empfangen. Leider werden sie dabei von Horden von Touris aus nächster Nähe fotografiert und anderweitig belästigt. Besonders schön fanden wir auch die "Fütter-die-Mönche-Experience", bei der ein Haufen koreanischer Ajummas mit dem Minivan herbeigekarrt und vor den Tempel gesetzt wurde, damit die Ajeossis dann schön knipsen konnten. Seufz.
Am letzten Abend in Vientiane gab es dann noch einmal leckeres laotisches Essen (Sindat), was eine ziemlich große Kombination aus Grill und Shabu-Shabu darstellt. Gut war's - und es bleibt nur zu hoffen, daß der Laostrend in Korea bald wieder abebbt, damit man das Land noch entspannter genießen kann.

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