Mittwoch, 24. Dezember 2014

Worüber man mal schreiben sollte

Liebe Medien da draußen in der großen weiten Welt,

statt Euch über die Macadamiatante von Korean Air zu amüsieren oder zu ereifern, je nachdem, gäbe es in Korea zur Zeit über Dinge zu berichten, die wesentlich bedrohlicher sind. 
 
Wenig überraschend von der Tochter eines Diktators und offensichtlich bekennendem Papagirl streben wir nämlich hierzulande wieder auf protodemokratische Zustände hin, in denen Frau Diktatorin Präsidentin mal eben Parteien verbieten läßt. Vermutlich hauptsächlich deshalb, weil die Präsidentschaftskandidatin eben jener Partei bei der Fernsehdebatte zum Wahlkampf Papi mit seinem japanischem Namen bezeichnet hat (jaja, der Große Diktator lief nämlich unter dem schönen Namen Takagi Masao als Leutnant in der Kaiserlichen Japanischen Armee mit - nicht gewußt, wa?) und Geunhyes intellektuelle und sonstige Beschränktheit ganz gut gezeigt hat, wenn man denn nun hinschauen wollte. Man kann hierzulande mittlerweile auch wieder juristisch belangt werden, weil man sich angeblich bei Seminaren in Deutschland mit Nordkoreanern getroffen hat. Klingt wie McCarthy zu seinen finstersten Zeiten? Das finde ich auch. 

Leider bin ich nun aber keine Journalistin, sondern Ökonomin, und mein komparativer Vorteil liegt nicht in der objektiven Berichterstattung, wie dieser Post zeigt. Deshalb kommt hier mein Wunsch zu Weihnachten, liebe Journalisten und sonstige Medienschaffende: Schreibt doch mal über diese Tendenzen in Korea. Macht mal klar, daß dieses Land mit Demokratie bald nicht mehr allzu viel zu tun hat, wenn das so weitergeht mit Geunhyes Präsidentschaft. Und verschont mich mit dem nächsten lobhudelnden Artikel über den einheimischen Großkonzern, der mit Sam anfängt und mit Sung aufhört, sondern bringt doch mal ein bißchen investigative Recherche über diesen Drecksladen und von mir aus auch gerne über die widerlichen Geschäftspraktiken und Produktionsbedingungen bei den ganzen anderen Chaebols. Von mir aus könnt Ihr die Macadamiatante auch gerne als Aufhänger verwenden, von deren Schlag gibt es nämlich noch viele weitere Klone unter den Söhnchen und Töchterchen oder auch schon den Enkelchen der Firmengründer.

Sonst wünsche ich mir dieses Jahr eigentlich nichts zu Weihnachten, außer Weltfrieden natürlich. Peace, Genossen.

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