Montag, 22. Dezember 2014

Spaßbremsen, echt

Es kommt ja nicht häufig vor, aber - gestern gab es ein Kleid auf Gmarket, das ich ums Verrecken haben wollte. Das gute Stück ist am 1,66 m "großen" Model überknielang und würde somit also mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei mir eine Länge haben, die nicht nach Straßenstrich aussieht, hat eine Kapuze, innen Fleece (warm!) und den grandiosesten Aufdruck aller Zeiten auf der Brust, nämlich "STANFORD ALUMIN". Ich wäre auch so gerne ein Stanford-Alumin geworden, was auch immer ein Alumin ist (ob es wohl was mit Aluminium zu tun hat? Ungeklärte Rätsel der Menschheit!). Wie dem auch sei, auf jeden Fall war das gute Stück heute dann schon ausverkauft. Offensichtlich wollten viele andere Kundinnen auch ein Stanford-Alumin werden. 

On a similar note, but different topic (?) habe ich dieser Tage auch eine Email von meiner Alma Mater in Deutschland bekommen, und zwar ein "Season's Greeting" im Singular auf Englisch. Das Aluminium haben sie zwar immerhin samt der weiblichen Form dazu richtig hinbekommen, auch wenn das auf Englisch keiner verwendet, aber so what, jedoch: von einem Ordinarius für Amerikanische Literatur als Absender würde man doch ein bißchen mehr sprachliche Korrektheit erwarten, oder? Und, last but not least: Warum bekomme ich als deutsches Aluminium eine Mail auf Englisch? Oder liegt das an meinem außerdeutschen Wohnort in der Aluminiendatenbank? Fragen über Fragen, auf die ich wohl nie eine Antwort bekommen werde. Aluminium als Neutrum wäre allerdings eine schöne Anrede, da man sich die beiden anderen Genera dann gleich mal sparen könnte. Ich mein, "Magnifizenz, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebes Aluminium" als Anrede für akademische Anlässe ist doch irgendwie schöner als ProfessX. Mut zur Neutralität, man sieht ja in der Schweiz, wozu das alles führen kann. 

Unscharf.
Das bringt mich zum letzten Thema des heutigen Tages: Falls Ihr Euch fragen solltet, wie viele Eimer Glühwein ich vor dem Verfassen dieses Posts getrunken habe, kann ich Euch beruhigt mitteilen, daß die Antwort Null lautet. In Ermangelung von Weihnachtsmärkten hierzulande kann man sich leider nicht mal eben auf dem Heimweg noch ein Glühweinchen einbauen. Falls Ihr hierzulande aber Glühwein selbst machen wollt, kann ich den guten roten "House Wine" von Jinro nur wärmstens (!!!) empfehlen. Das Tröpfchen schmeckt wie eine Mischung aus koreanischem Traubensaft und Soju mit Aluminiumnoten im Abgang und hat somit eine Geschmacksnote, die dem authentischen deutschen Weihnachtsmarktglühwein schon recht nahe kommt. Dazu einen Glühweinteebeutel aus Deutschland in den Topf, nach Belieben mit Rum oder Wodka nachwürzen, und schon kann man sich einen Kater wie daheim einfangen, ganz ohne die Reisegruppen aus Zürich bzw. Holland neben einem ertragen zu müssen. In diesem Sinne, Seasoned Greetings and so long.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen