Freitag, 28. November 2014

Digital Natives

Als Mensch in meinem fortgeschrittenen Alter liest man ja häufig, daß man nur ein "Digital Immigrant" sei, im Gegensatz zu den Digital Natives unter 25, die online mehr zu Hause sind als in der realen Welt. Daß man "online zuhause" nicht mit "fähig, einen Computer zu benutzen" verwechseln sollte, habe ich letzten Donnerstag festgestellt.

Ich komme um 13:20 vom Mittagessen mit Kollegen zurück, um vor meinem Büro zwei aufgelöste Studierende anzufinden, die schon seit Beginn meiner Sprechstunde (in die sonst nie jemand kommt) vor 20 Minuten verzweifelt auf mich warten. Die Viecher arbeiten nämlich gerade an ihren Statistikprojekten und sollen dafür eigentlich SPSS verwenden. Weil das manchmal mit Excelfiles und SPSS nicht so gut klappt, habe ich ihnen angeboten, ihre Exceldateien mit StatTransfer in SPSS-Format zu transferieren. 

S: Sie haben uns ja diese transferierte Datei geschickt und wir können die jetzt nicht öffnen.
Ich: Wie habt ihr denn versucht, sie zu öffnen?
S: Naja, wir haben sie auf dem Desktop gespeichert und dann doppelgeklickt.
Ich: Habt ihr auch mal versucht, erst SPSS zu starten und dann aus dem Programm heraus zu öffnen?
S: Was ist denn das?
Ich: Das Programm, das man braucht, um mit Dateien im SPSS-Format zu arbeiten und euer Paper zu schreiben (und von dem ich ca. 15 Mal erwähnt habe, daß sie es bitte auf ihren Notebooks installieren sollen). 
S: SPSS??? Das haben wir nicht installiert...

Lessons learnt: Auf FB lernt man offensichtlich nicht so viel fürs Leben. Und ich wundere mich immer weniger, daß nur 40% unserer (zugegebenermaßen bis jetzt nicht allzu zahlreichen) Absolventen überhaupt einen Job haben.

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