Montag, 12. Mai 2014

Die Asche meines Hundes

Als jetzt-dann-bald-endlich-wieder Großstadtbewohner stößt man auf allerhand recht unerwartete Probleme, die man sich als Dorfkind nur schlecht vorstellen kann. Letzte Woche ist zum Beispiel einer der drei Hunde gestorben, die die Familie meines Mannes hält bzw. hielt. Auf dem Dorf gibt man toten Haustieren dann ein tränenreiches Begräbnis im eigenen Garten, was den Archäologen zukünftiger Generationen sicher viele spannende Forschungsthemen liefern wird ("Pet funeral rites in late 20th century Germany: Theory and evidence"....sorry, nicht zum Thema!!!). In Seoul und anderen Großstädten ist das mit dem eigenen Garten meist etwas schwierig, was dazu geführt hat, daß es den Krematoriumsservice fürs Haustier gibt, und zwar nicht nur in Korea. 

Landestypisch koreanisch ist dann aber wieder die Aufbahrung nach Menschenart im Bestattungsinstitut, wie auf dem folgenden Bild zu bewundern. Man beachte auch die Anwesenheit von Kreuz und Buddha gleichzeitig, vermutlich, damit die häufigsten Konfessionen unter koreanischen Haustieren bzw. deren Besitzern auch alle abgedeckt sind. Für die einheimischen Kampfprotestanten wäre das wahrscheinlich schon genügend Grund, die Firma zu boykottieren, aber für die gäbe es dann bestimmt auch "Christian Cremations for your Pet" oder einen ähnlichen Service. Uns war das ziemlich egal...

Etwas makaber fand ich persönlich dann die folgenden Bilder aus dem Krematorium, die den Sarg samt Leichnam im "Ofen" zeigen, vermutlich, damit sich der Besitzer auch wirklich sicher sein kann, daß er die Asche seines Lieblings bekommt (daß man danach immer noch beliebige andere Asche in die Urne füllen kann, bleibt jetzt mal dahingestellt). Aus Gründen der Pietät erspare ich Euch die mal! 

Ihre letzte Ruhe fand die Verstorbene dann im Han-Fluß in Seoul, wo mein Mann und ich zu vorgerückter Stunde illegalerweise ihre Asche verstreut haben. Ruhe in Frieden (?) unter der Cheongdam-daegyo!

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