Donnerstag, 19. Dezember 2013

Dezemberblues

Das Semester ist fast vorbei (ich sitze hier gerade in der letzten zu beaufsichtigenden Klausur, während meine Studierenden eifrig die Aufgaben lösen), und mein Motivationsstand dieses Blog betreffend ist gleichbleibend tief. 

Beruflich gesehen werde ich ab März an der gleichen Uni auf einen tenure-track-job an einer anderen Fakultät wechseln. Eigentlich ist das schön, es bedeutet aber auch, daß wir weitere fünf Jahre in Wonju wohnen werden, weil die Uni uns für diesen Zeitraum eine Wohnung stellt und ich leider nicht wie die meisten meiner Professorenkollegen ein reiches Kind bin, das auf diesen fringe benefit mal eben so verzichten und stattdessen wieder in die Zivilisation nach Seoul ziehen kann. Die anderen Bewerbungen sind alle nichts geworden, was ich spätestens dann erwartet hatte, als ich mal wieder dezent von den Interviewern gefragt wurde, ob ich denn auch Kinder habe. Das Thema Kinder lasse ich lieber auch ganz unerwähnt, denn an der Front tut sich gar nichts, aber auch wirklich gar nichts. Wie bereits früher schon erwähnt, ist es schon ziemlich groß, aufgrund von etwas diskriminiert zu werden, was wahrscheinlich sowieso nicht passieren wird, und, wie mein Mann so schön angemerkt hat, "wer sagt denn, daß nicht ich zuhause bleibe?".

Ansonsten fliegen wir Sonntag nacht für vier Wochen nach Deutschland, worauf ich diesmal überhaupt keine Lust habe. Das liegt auch daran, daß ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wann ich das letzte Mal einfach zwei Wochen lang am Stück Urlaub in einem Land gemacht habe, in dem ich noch nie vorher war und das nicht von meiner Familie bewohnt wird. Ich hätte große Lust auf zwei Wochen "Irgendwo in Südostasien", bevorzugt nur am Strand, bei warmen Temperaturen und wenig Sightseeing oder anderen organisatorischen Herausforderungen. Die Aussicht, stattdessen bei Berliner Wintertemperaturen Sightseeing zu machen, ist gerade eindeutig weniger attraktiv, ebenso wie die Aussicht, dann Ende Januar ins eisige Wonju zurückzukehren und das nächste Semester vorzubereiten. Für die nächsten Wintersemesterferien muß ich mir definitiv einen Forschungsgastaufenthalt in Hong Kong, Taiwan oder sonstigen südlichen Gefilden organisieren. 

Ach ja, und schon mal leicht verfrüht Frohe Weihnachten - ich hoffe mal, nächstes Jahr steigt mein Motivationspegel wieder etwas an.

1 Kommentar:

  1. Du hast doch einen tollen Job, einen tollen Mann und Kind kann man ja auch werden oder adoptieren! Also ich freu mich für Dich.

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