Dienstag, 12. November 2013

Planungshorizonte

So, nach gefühlten Ewigkeiten melde ich mich heute mal wieder mit einem Post, der nicht nur aus einem Photo und ein paar dummen Kommentaren dazu besteht! Ein Grund unter vielen anderen für mein langes Schweigen hier war die Tatsache, daß ich in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt war mit mehr (Vorstellungsgesprächen) und weniger (Konferenz am letzten Freitag) Dingen. Jetzt ist wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt, auch in der Lehre, und das Semester muß praktisch nur noch entspannt nach Hause geschaukelt werden, was kein Problem sein sollte, sofern meine geliebten Studierenden es auch alle auf die Reihe kriegen, sich in ein Team zu finden und ihre Hausarbeit pünktlich zur Deadline abzugeben.

Eine mögliche Konsequenz der Bewerbungsgespräche ist die Tatsache, daß wir auch wieder nach Seoul ziehen könnten, falls es denn gut gelaufen ist, eines der Gespräche war nämlich in der großen Stadt. (Das andere war hier in der Provinz und wenn man meinen Informationsquellen trauen darf, hat das wohl geklappt, was bedeuten würde, daß ich ab nächsten März dann auf dem tenure track bin. Endlich.) Ich hatte schon das Gefühl, daß es es ganz gut lief, allerdings hat die Uni, bei der ich zum Vorsingen war, ab nächstes Jahr schon eine andere Langnase, selbstverständlich männlich, und ich bin mir nicht so sicher, wie dringend sie dann noch die Quotenfrau benötigen würden, denn der Rest des "Kollegiums" ist selbstverständlich auch rein männlich. 

Wie dem auch sei, die Möglichkeit eines baldigen Umzugs nach Seoul versetzt meinen Mann, ansonsten der Großmeister der langfristigen und auch sonstigen Planung, offensichtlich in größere Aufregung. Wir bräuchten dann ja nämlich eine Wohnung und eine Waschmaschine (sic) und solche Dinge. Ich finds irgendwie ziemlich lustig, weil er sonst in allen Dingen der totale Nullplaner ist, zum Beispiel, was unseren hundertprozentig gebuchten Trip nach Schland im Winter angeht, aber der ca. vierzigprozentig wahrscheinliche Umzug nach Seoul, ja. Mit schöner Regelmäßigkeit kommt das Thema jeden Abend wieder hoch. Meistens geht es damit los, was ich denn machen würde, falls ich auch noch ein Angebot aus der großen Stadt bekomme (in die große Stadt gehen, auch, falls das geringfügige Einkommenseinbußen bedeuten sollte, die Uni in der großen Stadt gibt nämlich keinen housing support, mein derzeitiger Arbeitgeber allerdings schon für die nächsten fünf Jahre). Das Gespräch setzt sich dann fort in Richtung Immobilien und wo ich denn in Seoul gerne wohnen würde (keine Ahnung, mein Mann hat allerdings ziemlich starke Präferenzen in Richtung Gangnam und Umgebung, weil er da die letzten 23 Jahre seines Lebens verbracht hat, bevor er sich in eine Langnase verliebte und danach tragischerweise in die Provinz ziehen mußte). TOP Nummer 3 ist meistens die Frage, ob bzw. wann wir denn eine Wohnung kaufen wollen (wenns nach mir geht, nach etwas Bedenkzeit, und mein allabendlicher Vorschlag ist, daß wir ja erstmal ein oder zwei Jahre zur Miete wohnen können, bevorzugt in einem tworoom oder so, denn die haben meistens auch noch Waschmaschine und Kühlschrank dabei). Keine Ahnung, woher dieser plötzliche Planungseifer kommt und wieso zur Abwechslung mal ich diejenige bin, die für Abwarten und Teetrinken plädiert...

PS: Ach ja, zum Thema Planung: es ist gerade 17:57 Uhr, ich bin im Büro und warte auf meinen Mann, mit dem ich gemeinsam an der Uni zu Abend essen wollte, denn er hat um 19:00 seine Vorlesung hier. Man gewöhnt sich an alles, auch an zwanzigminütige Schnellfreßabendessen.

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