Freitag, 25. Mai 2012

Good Morning, Bizarristan

Eigentlich sollte ich jetzt noch meine Mittwochsvorlesung vorbereiten, weil am Montag ja Feiertag ist (Buddhas Geburtstag) und ich diesen natürlich nicht bei der Arbeit, sondern mit dem Herzallerliebsten in Feld und Wald verbringen werde. Stattdessen muß (!!!) ich jetzt ganz dringend die zwei Highlights des Tages mit Euch teilen!

Highlight 1: Ich denke gerade über die Anschaffung eines Bürokühlschränkchens nach, in dem ich Milch, Joghurt, Obst und sonstige Lebensmittel, die es eher kühl mögen, aufbewahren könnte. Heute auf G-Market beim kurzen Zwischensurfen, als ich eigentlich gerade die Dienstagsvorlesung hätte vorbereiten sollen, fand ich dann das folgende Perlchen von einem Produkt: Ein Kosmetikprodukte-Kühlschrank. Meine Cremes und Masken stehn zwar auch im Kühlschrank, aber ich würde mir definitiv nicht noch ein Extramodell dafür anschaffen. Aber naja, ich hab ja auch eher zuviel in das Humankapital im Inneren meines Kopfes investiert statt in das außerhalb in Form von Schönheitschirurgie aller Arten!

Highlight 2: Einer meiner Facebook-"Freunde" (im realen Leben waren wir zweimal zusammen saufen und ich denke schon länger darüber nach, ihn wieder zu entfreunden) hat heute einen Link gepostet, mit der Bitte, bei der Wahl zu Miss Daegu 2012 doch für Nummer 9 zu stimmen, weil die auf der gleichen High School war wie er, gefühlt allerdings mindestens 20 Jahre später als er. Das Coolste daran finde ich, wie austauschbar die Kandidatinnen aussehen. Wahrscheinlich ist das Angebot an Schönheitschirurgen in Daegu halt nicht so groß, und sie können nur ein Gesicht...und ja: Ich bin mir ziemlich sicher, daß keine einzige davon noch das Gesicht hat, mit dem sie auf die Welt gekommen ist. Traurig aber wahr.

Genug gelästert, ich suche jetzt wenigstens noch die Papers für die Vorlesung zusammen, bevor ich ins Wochenend mit Sonnenschein und Schatzilein im Wald allein aufbreche!

Dienstag, 22. Mai 2012

Mamaboy in the making

Ein Begriff, der doch des öfteren mal fällt, wenn man sich mit Freundinnen über männliche Koreaner unterhält, ist der Mamaboy. In Europa gibt es ein vergleichbares "alles Schlampen außer Mama"-Modell wohl höchstens noch in Italien. Das Bild zeigt die rührende Szene, die sich jeden Morgen an meiner Bushaltestelle abspielt: Mama und Söhnchen (geschätzt vielleicht 14, auf jeden Fall schon nach dem Stimmbruch) gehen Tag für Tag händchenhaltend gemeinsam zu Klein-Ödipus Kims Schule. Seine späteren Freundinnen, falls er denn jemals welche haben sollte und nicht ohnehin alle am Vergleich mit Mutti scheitern, tun mir jetzt schon leid.

Montag, 21. Mai 2012

Sonntagstratsch auf Seonyudo

Fundstück am Hangang: ein Schildkrötenskelett
Seonyudo, die Insel, auf der sich die Götter amüsieren (das ist die Bedeutung des Namens), war gestern mal wieder das Ziel eines Sonntagsspaziergangs, diesmal ohne männliche Begleitung. Zwei der Tratschtanten waren da allerdings auch schon zu romantischen Spaziergängen mit ihren jeweiligen Exen...gestern wurde allerdings nur über andere Leute getratscht, nachdem wir vorher schon so coole Sachen wie das leicht stinkende Schildkrötenskelett am "Strand" des Flusses gefunden hatten. 

Mit am schönsten war aber der folgende Tratschdialog (frei übersetzt) beim Anblick eines leicht overdresseden vorübergehenden Pärchens oder auch Nicht-Pärchens...

Tratschtante A (Verfasserin dieser Zeilen): Ich finds immer wieder cool, wie sich manche Leute eher wie für ein Bewerbungsgespräch als für ein Date anziehen.
Tratschtante B (Koreanerin und seit letztem Wochenende endlich!!! mit ihrem deutschen Mann verheiratet, der über sich selbst gern so Sprüche bringt wie "die meisten deutschen Eltern wären ja auch nicht gerade begeistert, wenn ihre Tochter einen Türken anbringt"): Naja, wahrscheinlich ist es kein Date, sondern ein Seon. (Anm. d. Ü.: Das ist die verschärfte Version des Blind Dates für Leute, die ihr Verfallsdatum auf dem Heiratsmarkt eigentlich schon überschritten haben. Erklärtes Ziel ist die baldmöglichste Eheschließung! Gerne von Mama organisiert, oder von einer professionellen Agentur...)
Tratschtante A: Besonders gut scheint es aber nicht zu laufen...
Tratschtante C (gelernte deutsche Koreanistin): Nee, wahrscheinlich hat sie eh schon einen anderen Typen am Start, den ihre Eltern aber nicht leiden können.
Tratschtante A: Wahrscheinlich nen Ausländer.
Tratschtante B: Oder er ist geschieden.
Tratschtante C: Oder arbeitslos.
Tratschtante A: Oder geschieden mit zwei Kindern.
Tratschtante C: Oder er war an keiner guten Uni.

Eigentlich ist es ja traurig, aber wahrscheinlich waren wir mit unseren Spekulationen näher an der Wahrheit, als man denken sollte, und uns hat das Gespräch auf jeden Fall amüsiert.

Freitag, 18. Mai 2012

Ohne Worte


Mittwoch, 16. Mai 2012

10 Gründe

1. Auf dem Klo beim ... mit Oppa telefonieren und pseudo-süß ins Handy quietschen.
2. Nach dem Klobesuch die Hände nicht waschen und stattdessen das Makeup erneuern. Hautprobleme ahoi!
3. Sich in jeglicher männlicher Gegenwart wie eine geistig minderbemittelte Dreijährige verhalten. Wenn ich ein männlicher Boss wäre, würde ich sowas definitiv auch keinen Job anvertrauen, der mehr Verantwortung als Kopieren oder Kaffee holen einschließt, sorry. Als weiblicher Boss übrigens gleich dreimal nicht.
4. Nicht kapieren, daß ich kein männlicher Prof bin und somit auf arschbacken-semientblößende Shorts und Doof-Stellen leider nicht positiv reagiere. Leider.
5. Auf Facebook Kommentare zu Bildern posten wie "ich bin auf den Baum geklettert, aber mein Freund konnte das wegen seines Übergewichts leider nicht". Charmant und definitiv genau meinen Vorstellungen entsprechend, was ich in einer Freundin so suchen würde, wenn ich ein Mann wäre (und nein, der Kommentar war nicht als Scherz gemeint).
6. Permanent mit künstlicher Quietschestimme sprechen, die etwa eine Oktave über der natürlichen Sprechstimme liegt.
7. Es komplett normal zu finden, daß die Jungs immer zahlen müssen, auch wenn sie nicht mehr verdienen als man selbst.
8. Ein Studium hauptsächlich als Gelegenheit zum Männerangeln sehen, weil in vielen Dramas läuft es ja auch so, daß die arme, aber wunderschöne Heldin ihren reichen, aber gestörten künftigen Ehemann an der Uni kennenlernt und ihm dann durch ihre große Liebe (vor allem zu seiner Kreditkarte) hilft, wieder normal zu werden.
9. Das Grundkonzept "mit dem Freund muß man als Paar gut aussehen und der Typ, den man dann heiratet, muß vor allem reich sein".
10. Plastikleder-Nuttentreter-Highheels tragen, bevorzugt Fake-Louboutins, in denen frau wie eine Kuh vorm Melken dahergestolpert kommt, weil sie ja nicht darin gehen kann. In Kombination mit arschbacken-semientblößenden Shorts oder Mini, hochgeschlossenen Polyesterblusen (das Schlüsselbein zu zeigen ist schließlich schon nuttig) mit Rüschen, Schleifchen und Glitzer oder auch allem dreien gemeinsam und dazu zur Perfektionierung des Grauens noch eine Plastikleder-Fake-Louis-Vuitton-Tasche. Warum sie als der Inbegriff der Eleganz in Asien gelten, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Meine Assoziationen gehen eher Richtung Oranienburger Straße in Berlin.
Und, liebe Hallyu-Fans, die ihr noch nie in Korea wart: Weibliche Celebrities - einige, nicht alle - und die Durchschnittsfrau hier haben styletechnisch mal echt wenig miteinander zu tun. Glaubt mir. Die Durchschnittsamifrau läuft schließlich auch nicht wie ein Hollywoodstar rum.

Dienstag, 15. Mai 2012

Sonntag, 13. Mai 2012

Herzlichen Glückwunsch!

Ich war am Samstag auf meiner ersten koreanischen Hochzeit (das ist eigentlich einen Extrapost wert, weil das definitiv ein Anlaß war, bei dem mich die interkulturellen Differenzen recht heftig ansprangen) und wollte dazu dieses Glückwunschbild für das glückliche Brautpaar posten. Alles Liebe und Gute, Tante und Oppa^^!